Eine richtige Kalibrierung reduziert diese Risiken deutlich. Sie sorgt für Sicherheit auf der Baustelle, für bessere Genauigkeit bei der Ortung und für spürbare Zeitersparnis beim Arbeiten. Du vermeidest wiederholte Kontrolle und unnötiges Ausgraben. Das gilt für passive Signale und für Sender-Empfänger-Kombinationen gleichermaßen.
In diesem Ratgeber zeige ich dir, wie du deinen Leitungssucher Schritt für Schritt kalibrierst. Du bekommst klare Anweisungen zur Vorbereitung, zum Einstellen der Empfindlichkeit und zur Prüfung der Messergebnisse. Danach folgen praktische Abschnitte zu häufigen Fehlern und wie du sie behebst. Zum Schluss geht es um Wartung und regelmäßige Kontrollen, damit das Gerät dauerhaft zuverlässige Ergebnisse liefert.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kalibrierung
- Vorbereiten und Werkzeug bereitlegen
Lege alle benötigten Werkzeuge bereit. Dazu gehören ein Kabelsender mit Prüfleitung, das Handteil des Leitungssuchers, frische Batterien oder ein Ladegerät, ein Multimeter und ein leitfähiges Prüfstück wie ein kurzes Kupferkabel. Prüfe das Handbuch des Geräts auf spezifische Hinweise. Hinweis: Ohne saubere Stromversorgung liefert die Kalibrierung falsche Werte. Typischer Fehler: Neue Batterien sind nicht voll geladen. - Sichtprüfung des Geräts
Untersuche Sender und Empfänger auf Beschädigungen. Achte auf korrodierte Kontakte, Risse im Gehäuse und lockere Schrauben. Reinige Kontaktstellen mit trockenem Tuch. Warnung: Arbeite nicht mit beschädigten Geräten an spannungsführenden Leitungen. Fehlerquelle: Äußere Schäden werden zu spät bemerkt und verfälschen die Messung. - Stromversorgung kontrollieren
Setze volle Batterien ein oder schließe das Gerät an die Ladequelle an. Schalte Sender und Empfänger ein. Das Display muss stabile Symbole zeigen. Tipp: Verwende Herstellerakkus bei wiederaufladbaren Geräten. Typischer Fehler: Anzeige flackert. Ursache ist oft eine schwache Batterie. - Grundeinstellungen am Empfänger prüfen
Stelle Empfindlichkeit, Frequenzmodus und Erdungsmodus auf die empfohlenen Anfangswerte. Viele Geräte bieten Auto- und Manuellmodi. Für Einsteiger ist der Automatikmodus ein guter Startpunkt. Warnung: Zu hohe Empfindlichkeit erzeugt Störsignale. Fehlerquelle: Falscher Modus für die Umgebung. - Referenztest an bekanntem Kabel
Verbinde den Sender mit dem Prüfstück oder einer bekannten Leitung. Sende ein Signal und verfolge es mit dem Empfänger. Notiere die angezeigte Tiefe und Signalstärke. Tipp: Wiederhole den Test an mehreren Stellen. Fehler: Keine Verbindung zwischen Sender und Prüfstück. Ursache ist oft falsche Klemme oder lockerer Kontakt. - Empfindlichkeit feinjustieren
Passe die Empfindlichkeit schrittweise an, bis das Signal klar und stabil ist. Reduziere Empfindlichkeit, wenn du viele Störsignale siehst. Erhöhe sie, wenn das Signal zu schwach ist. Typischer Fehler: Direktes Hochdrehen der Empfindlichkeit. Folge ist unbrauchbares Rauschen. - Tiefenkalibrierung prüfen
Vergleiche die angezeigte Tiefe mit der tatsächlichen Tiefe des Prüfstücks. Korrigiere Offset-Werte, falls dein Gerät diese Funktion hat. Wiederhole die Messung in unterschiedlichen Bodentiefen, falls möglich. Warnung: Bodenbeschaffenheit beeinflusst Messwerte. Feuchte oder stark mineralisierte Böden ändern die Anzeige. - Signalrichtung und Winkel testen
Führe den Empfänger in verschiedenen Winkeln und Richtungen über das Prüfstück. Das Signalmaximum sollte konsistent an der gleichen Stelle erscheinen. Tipp: Markiere die Stelle mit Kreide. Fehlerquelle: Falsche Handführung. Halte das Gerät ruhig und parallel zum Boden. - Praktische Prüfung auf der Baustelle
Setze Sender und Empfänger am Einsatzort ein. Suche bekannte Leitungen und vergleiche Ergebnisse mit deinem Referenztest. Notiere Abweichungen. Warnung: Bei Verdacht auf Hochspannung immer Fachpersonal hinzuziehen. Typischer Fehler: Übernahme von Laborwerten ohne Geländeprüfung. - Dokumentation und regelmäßige Wartung
Schreibe die Kalibrierwerte auf. Notiere Datum, Batteriestatus und Umgebungsbedingungen. Plane regelmäßige Kontrollen nach Herstellerangaben oder bei jedem Einsatz in kritischer Umgebung. Tipp: Führe vor jedem Tageseinsatz eine kurze Funktionsprüfung durch. Fehler: Keine Dokumentation. Folge ist fehlende Nachvollziehbarkeit bei Problemen.
Häufige Probleme beim Kalibrieren und schnelle Lösungen
Hier findest du die typischen Fehlerquellen bei der Kalibrierung deines Leitungssuchers. Die Tabelle zeigt Ursache und pragmatische Schritte zur Behebung.
| Problem | Ursache | Praktische Lösung |
|---|---|---|
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Falsche Messwerte |
Schwache Batterie, falscher Betriebsmodus oder verschmutzte Kontakte führen zu fehlerhaften Anzeigen. | Wechsle die Batterie oder lade den Akku. Prüfe und stelle den richtigen Modus ein. Reinige die Kontakte. Verifiziere mit einem bekannten Prüfstück oder Multimeter. |
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Starke Interferenzen |
Nebenleitungen, große Metallflächen oder nahe Hochspannungsleitungen erzeugen Störsignale. Funkquellen können ebenfalls stören. | Verlagere den Testort. Wechsle die Frequenz, falls dein Gerät das erlaubt. Reduziere die Empfindlichkeit. Prüfe auf Störquellen und führe einen erneuten Referenztest durch. |
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Ungenaue Nullabgleichs- oder Referenzmessung |
Prüfstück ist nicht korrekt angeschlossen. Die Referenztiefe stimmt nicht. Untergrund ist instabil. | Schließe Sender und Prüfstück korrekt an. Verwende ein kurzes, bekanntes Kabel als Referenz. Wiederhole die Messung auf festem Untergrund. |
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Kein oder schwaches Signal |
Defektes Senderkabel, lockere Klemmen oder fehlende Erdverbindung. Sender ist nicht richtig positioniert. | Kontrolliere Kabel und Klemmen. Stelle die Erdverbindung her oder nutze eine andere Anschlussmethode. Tausche defekte Kabel aus. Teste mit Ersatzsender, wenn möglich. |
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Inkonsistente Tiefenangaben |
Bodenfeuchte oder mineralische Zusammensetzung verändern die Anzeige. Mehrere parallele Leitungen überlagern das Signal. | Führe Messungen an mehreren Punkten durch. Reduziere die Empfindlichkeit. Setze den Sender an einem anderen Kabelende. Vergleiche mit Plänen der Versorgungsunternehmen. |
Prüfe diese Punkte systematisch. So findest du die Ursache meist schnell und stellst die Kalibrierung zuverlässig wieder her.
Häufig gestellte Fragen zur Kalibrierung
Wie oft muss ich meinen Leitungssucher kalibrieren?
Kalibriere dein Gerät vor größeren Einsätzen und nach jeder Reparatur oder Batteriewechsel. Bei täglicher Nutzung reicht eine kurze Funktionsprüfung zu Beginn des Tages. Führe zusätzlich eine vollständige Kalibrierung durch, wenn du ungewöhnliche Messwerte bemerkst oder den Einsatzort wechselst.
Kann ich die Kalibrierung selbst durchführen oder brauche ich einen Profi?
Die meisten Leitungssucher lassen sich selbst kalibrieren. Folge der Schritt-für-Schritt-Anleitung im Handbuch und mache einen Referenztest an einer bekannten Leitung. Ziehe einen Profi hinzu, wenn du mit Hochspannung arbeitest oder wenn das Gerät beschädigt ist.
Was mache ich, wenn die Messwerte stark schwanken?
Prüfe zuerst Batterie oder Akku und die Verbindungen zum Sender. Reduziere die Empfindlichkeit und wiederhole die Referenzmessung. Wenn die Werte weiter schwanken, suche nach Störquellen wie große Metallflächen oder aktive Stromkreise und verifiziere mit einem zweiten Gerät.
Erkennt die Kalibrierung alle Arten von Leitungen gleich gut?
Nein. Leitungssucher reagieren unterschiedlich auf Stromkabel, Metallrohre und nichtmetallische Leitungen. Die Kalibrierung verbessert die Genauigkeit für dein Gerät. Sie kann aber nicht die physikalischen Grenzen überwinden. Bei Gasleitungen ohne Metallanteile brauchst du oft andere Ortungsmethoden.
Welches Zubehör brauche ich für eine zuverlässige Kalibrierung?
Bereite einen Kabelsender, Prüfleitung, Multimeter und frische Batterien oder Ladegerät vor. Ein kurzes, bekanntes Kupferkabel als Prüfstück hilft beim Referenztest. Notiere Kalibrierwerte und Bedingungen für die spätere Nachvollziehbarkeit.
Pflege und Wartung
Reinigung
Reinige Gehäuse und Display regelmäßig mit einem weichen, leicht feuchten Tuch. Vermeide Lösungsmittel und hohe Druckluft. Achte besonders auf die Anschlusskontakte und entferne Schmutz vorsichtig mit einer Bürste.
Lagerung
Bewahre das Gerät trocken und temperiert auf. Extreme Hitze oder Kälte schaden Elektronik und Akku. Nutze, wenn möglich, den originalen Transportkoffer und lege Silica-Gel-Päckchen dazu.
Batteriepflege
Entferne Batterien bei längerer Nichtnutzung. Lade wiederaufladbare Akkus nach Herstellerangaben und vermeide Tiefentladung. Prüfe vor jedem Einsatz die Spannung und tausche schwache Zellen aus.
Regelmäßige Kalibrierintervalle
Führe eine vollständige Kalibrierung vor größeren Projekten und mindestens einmal im Quartal bei regelmäßiger Nutzung durch. Nach Stürzen, Reparaturen oder Firmware-Updates solltest du sofort kalibrieren. Notiere Datum und Bedingungen, damit du Abweichungen nachvollziehen kannst.
Firmware, Kabel und Sichtprüfung
Prüfe regelmäßig auf Firmware-Updates beim Hersteller und installiere sie bei Bedarf. Kontrolliere Senderkabel, Klemmen und Steckverbindungen auf Verschleiß und Korrosion. Ersetze beschädigte Komponenten sofort, um fehlerhafte Messwerte zu vermeiden.
Do’s & Don’ts bei der Kalibrierung
Kurze Regeln, damit die Kalibrierung zuverlässig gelingt. Nutze die Do’s und vermeide die Don’ts.
| Do’s – empfohlene Praxis | Don’ts – typische Fehler |
|---|---|
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Vorbereiten Lege Sender, Prüfleitung, Multimeter und Ersatzbatterien bereit. Prüfe das Handbuch auf gerätespezifische Hinweise. |
Unvorbereitet starten Ohne Prüfmaterial beginnen. Das führt zu unzuverlässigen Referenzwerten. |
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Referenztest durchführen Teste an einem bekannten Kabel oder Prüfstück. Vergleiche Tiefe und Signalstärke mit den Sollwerten. |
Referenzmessung überspringen Direkt auf Baustelle kalibrieren ohne Vergleich. Fehler werden so nicht erkannt. |
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Richtigen Modus wählen Stelle Frequenz und Empfindlichkeit auf die Umgebung ein. Starte im Automatikmodus, wenn du unsicher bist. |
Maximale Empfindlichkeit Empfindlichkeit voll aufdrehen und Störsignale ignorieren. Ergebnis ist oft unbrauchbares Rauschen. |
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Batterien vor jedem Einsatz prüfen Wechsle schwache Zellen und lade Akkus vollständig. Notiere Batteriestand in der Dokumentation. |
Schwache Batterien verwenden Messungen mit niedriger Spannung durchführen. Das verfälscht Tiefe und Signalstärke. |
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Vor-Ort-Test Wiederhole die Kalibrierung am Einsatzort. Vergleiche Ergebnisse mit vorhandenen Leitungsplänen. |
Laborwerte blind übernehmen Werte aus der Werkstatt ungeprüft auf Gelände anwenden. Bodenbeschaffenheit kann anders sein. |
|
Dokumentation Notiere Kalibrierdatum, Bedingungen und Abweichungen. So findest du Fehler später schneller. |
Nicht dokumentieren Messungen nicht protokollieren. Probleme lassen sich dann schwer nachvollziehen. |
Halte dich an diese Regeln, um typische Fehlschritte zu vermeiden und die Ortungsgenauigkeit zu sichern.
Kauf-Checkliste: Kalibrierfähigkeit prüfen
- Kalibrieroptionen
Prüfe, ob das Gerät manuelle und automatische Kalibrierfunktionen bietet und ob es einen Nullabgleich erlaubt. Achte auf eine explizite Referenz- oder Prüfmodus-Funktion, damit du vor Ort schnell verifizieren kannst, ob die Kalibrierung stimmt. - Messgenauigkeit und Spezifikationen
Lies die angegebenen Genauigkeitswerte für Tiefe und Position und vergleiche die Messbereiche mit deinen Anforderungen. Frag nach Herstellerangaben zu Fehlertoleranzen und teste das Gerät, wenn möglich, an einem bekannten Prüfstück. - Frequenz- und Moduswahl
Ein Leitungssucher mit mehreren Frequenzen reduziert Störeinflüsse und erhöht die Trefferquote bei unterschiedlichen Leitungstypen. Achte darauf, dass das Gerät passive und aktive Modi sowie eine Frequenzumschaltung besitzt. - Zubehör und Prüfmaterial
Achte auf mitgelieferte Komponenten wie Sender, Prüfleitung, Klemmen, Erdspieß und Transportkoffer. Fehlt wichtiges Zubehör, kalkuliere die Zusatzkosten für Prüfleitungen und Ersatzkabel mit ein. - Display und Bedienbarkeit
Das Display sollte klar ablesbar sein und über Hintergrundbeleuchtung verfügen, wenn du oft draußen arbeitest. Prüfe Menüführung und Ergonomie, damit die Kalibrierung und Feinjustierung auch mit Handschuhen zuverlässig möglich sind. - Stromversorgung und Betriebsdauer
Informiere dich über Akkutyp, Laufzeit, Ladezeit und die Möglichkeit, Akkus schnell zu wechseln. Ein cleares Low-Battery-Indikator und die Option für Standardbatterien sind im Feld sehr hilfreich. - Service, Firmware und Garantie
Frag nach Firmware-Updates, Kalibrierservice und Verfügbarkeit von Ersatzteilen sowie nach der Garantiedauer. Eine einfache Update-Option und ein lokaler Servicepartner sind ein Plus für die langfristige Zuverlässigkeit.
Wichtige Warnhinweise und Sicherheitshinweise
Hauptgefahren
Leitungssucher reduzieren Risiken. Sie ersetzen aber nicht die Vorsicht. Achtung: Leitungen können unter Spannung stehen. Fehlmessungen sind möglich. Ein falsch interpretierter Wert kann zu schweren Verletzungen oder Sachschäden führen.
Schutzmaßnahmen vor dem Einsatz
Schalte nach Möglichkeit die betroffene Anlage stromlos. Verifiziere Spannungsfreiheit mit einem geprüften Spannungsprüfer oder Multimeter. Ziehe bei Arbeiten an Hochspannung oder unsicherer Lage einen Fachmann hinzu. Trage geeignete Schutzausrüstung wie isolierende Handschuhe und Schutzbrille.
Beim Kalibrieren und Messen
Halte Abstand zu offenen Anschlüssen und metallischen Teilen. Verwende intakte Prüfleitungen und sichere Klemmen. Ignoriere niemals Warnanzeigen des Geräts. Wiederhole Referenztests an bekannten Leitungen, um Fehlmessungen zu erkennen.
Vor dem Graben
Nutze vorhandene Pläne und kontaktiere Versorgungsunternehmen bei Unsicherheit. Markiere gefundene Leitungen deutlich. Grabe vorsichtig mit geeigneten Werkzeugen und arbeite schrittweise von der markierten Stelle weg.
Im Notfall
Bei beschädigten Leitungen oder Funken sofort Abstand nehmen. Verständige den Notdienst oder den Betreiber. Leiste nur dann Erste Hilfe, wenn du darin geschult bist.
Wichtig: Folge immer den Herstellerangaben und den geltenden Sicherheitsvorschriften. So minimierst du das Risiko und arbeitest sicherer.
